BFA – TURNIERE

5. BFA Bowhunter-Turnier Welten am 4. Juli 2015

Zwischen Bogensportlern und Bogenjägern gibt es trotz vieler Gemeinsamkeiten auch mal das eine oder andere Missverständniss. Um hier Klischees zu bedienen befinden sich die beiden „Extreme“ auf Bogensportseite bei den FITA-Schützen mit deren makelloser, meist weißen, Dress, den hochklappbaren Brillen und dem Stoff Hut. Auf Seiten der Bogenjäger bei jenen, deren gesamtes Equipment und Bekleidung in Camouflage Farben getarnt ist. Irgendwo dazwischen bewegen sich die Meisten die als kleinsten gemeinsamen Nenner ihr Sport- oder Jagdgerät nutzen, den BOGEN.
Eines der Ziele der BFA (Österreichischer Bogenjägerverein) ist, durch Informationsarbeit über die oft falsch verstandene und manchmal auch mit Vorurteilen und Halbwissen konfrontierte Jagd mit Pfeil und Bogen aufzuklären. Eine gute Methode diesem Ziel näher zu kommen ist die Begegnung im gemeinsamen Sport. Daher tritt die BFA jedes Jahr und nun bereits zum fünften Mal als Mitveranstalter eines 3D-Turniers auf, zu dem sowohl aktive Bogenjäger als auch Sportschützen aus verschiedenen Vereinen geladen sind. Dieses Jahr hat sich BFA Mitglied und Obmann des BSV Abenteuerwelten BSV RaabtalRaabtal DDI Thomas König bereit erklärt, die Veranstaltung auf dem Vereinsgelände des BSV Raabtal abzuhalten. Tom ist passionierter Jäger mit Büchse und Bogen und ein erfolgreicher und erfahrener Bogensportler.
An mehreren vorhergegangenen Tagen wurde extra für dieses Turnier ein Parcours mit insgesamt 33 3D Zielen erdacht und aufgebaut, der ausschließlich jagdliche Situationen mit den dementsprechenden Entfernungen für Bogenjäger simulieren sollte. Tom holte sich für diese Aufgabe „Mastermind“ und BFA Mitglied Christian Heinz um die jagdlichen Szenen zu gestalten. Tatkräftige Unterstützung bei der Ausführung kam dabei von Luigi und Moni.
Die Schüsse sollten nicht nur herausfordernd und spannend sein sondern auch Nichtjägern etwas über das Handwerk und die Ethik der Bogenjagd vermitteln. So wurde etwa gleich am Anfang des Parcours eine Szene mit einer Rotte Wildschweine aufgebaut. Die Bache war teilweise von Frischlingen verdeckt. Zu schießen war somit nur ein abseits stehendes Stück. Bei der Jagd schießt man prinzipiell nie auf führende Muttertiere und ebenso wenig auf Tiere die in einer Gruppe zusammen stehen da die Gefahr, auch ein weiteres Stück zu gefährden, zu hoch ist. Bei den Schüssen waren die allermeisten 3D Tiere mit dem Haupt vom Schützen abgewandt oder dieses durch Buschwerk oder Stämme verdeckt. Die Schüsse wurden prinzipiell Breitseite oder „quartering away“ von schräg hinten ausgerichtet.
Auf dem Parcours wurden die Bogenschützen mit den verschiedenen jagdlichen Einrichtungen der Bogenjäger vertraut gemacht. So gab es sowohl einen Schuss von einem Ladderstand (tragbarer Sitz mit integrierter Leiter), einem Treestand (auf Baum montierter, mobiler Ansitz), einem fixen Hochstand und einem Blind (Ansitzschirm).
Besonderen Anklang fanden auch die beiden enthaltenen „Gametrail“. Auf je rund 50 Metern Länge wurden hier Tierattrappen mehr oder weniger versteckt im Wald drapiert. Der Schütze musste auf einer vorgegebenen Linie vorangehen und versuchen die Ziele zu entdecken. Zudem war es noch eine Herausforderung das richtige Schussfenster zu finden da ein Zurückgehen laut Reglement untersagt war. Auch technisch hatte sich das Team einiges einfallen lassen. Als ein Turnier-Highlight wurde von vielen Schützen der schwarze Panther genannt, der auf einem Ast mit passendem Pfeilfang hoch über den Köpfen der Schützen thronte. Mittels Seilzug konnte er zum Ziehen der Pfeile herunter gelassen werden.
Die Entfernungen waren allesamt relativ kurz und jagdlich. Die maximale Distanz für Compound-schützen betrug 34m und für Schützen ohne Visier 26m. Daher wurde versucht das Gelände und die Lichtverhältnisse optimal auszunutzen um trotz der relativ kurzen Schussdistanzen einen gewissen Schwierigkeitsgrad zu erreichen. Ein gelungenes Beispiel dafür war ein Wolf, der auf eine Entfernung von 26m geschossen werden musste. Nachdem der Schütze aber im dichten Unterholz im Schatten stand, nur ein kleines Schussfenster nach „draußen“ hatte und das helle Ziel voll von der Sonne beschienen auf freier Fläche stand schätzten die Meisten die Entfernung viel zu kurz und unterschossen deshalb das Ziel. Der Parcours war geprägt von wechselnden Bergauf- und Bergabschüssen bei denen meist ein Schussfenster gesucht werden musste. Besonderen Anklang fand beispielsweise der Schuss aus dem Blind über einen Tümpel hinweg auf einen am gegenüberliegenden Ufer sitzenden Biber sowie die Schüsse vom Hochstand auf einen Löwen im hohen Steppengras.
Der Parcours war von der Streckenführung her herausfordernd. Es gab einige sehr steile Passagen, auch das ausgesprochen heiße Wetter bedingte, dass die zwei strategisch gut angelegten Labestationen von den Schützen stark frequentiert wurden. Wartezeiten gab es im Turnier Betrieb bis auf die „Gametrails“ kaum.
BFA AusbildungsstandBei der Siegerehrung richtete BFA Präsident Blajs Ernst noch ein paar Worte an die Anwesenden und betonte, dass die Bogenjagd den 3D Sport sehr wohl mitgeprägt hatte, auch wenn das heutzutage, vor allem in Europa, nicht mehr so gerne gehört wird. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die sach- und weidgerecht ausgeübte Bogenjagd durch geprüfte und vor allem gut ausgebildete Bogenjäger nicht verwechselt werden darf mit „Möchtegern-Bogenjägern“, die mit unzureichenden Kenntnissen und falscher Ausrüstung glauben, den Bogen für den Schuss auf Wild einsetzen zu können. Solches verantwortungsloses Verhalten wird von den Bogenjägern mindestens genauso streng verurteilt wie von den Bogensportlern.
Nach der Siegerehrung konnten Bogenschützen noch testen, ob Sie die praktische Schießprüfung für Bogenjäger auf spezielle Scheiben schaffen würden, welche extra von der BFA dort aufgebaut worden war und die praktische Prüfung simulierten.
Zusammenfassend hat das Turnier bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 °C die Erwartungen der Meisten übertroffen. Unfallfrei und fließend war der Ablauf für die 92 angemeldeten Schützen. Der Parcours war abwechslungsreich, oft konnte man aus dem Wald ein „wow“ oder seltener ein „Sch….“ vernehmen. In der „jagdlichen Königsklasse“ Compound erreichte der Sieger mit 301 von 330 möglichen Punkten einen Wert von 91,2%. Es freut uns natürlich, dass sich unter den besten 10 Schützen 7 Mitglieder der BFA befanden. Wie bei jedem Turnier waren es wieder die vielen Helfer die sowohl im Rampenlicht wie auch im Hintergrund durch ihre selbstlose Hilfe das reibungslose Gelingen möglich machten. Die Schützen verschiedenster Altersgruppen und Lager waren durchwegs begeistert und das Hauptziel wurde erreicht. An allen Ecken und Enden konnte beobachtet werden wie Bogenjäger und Bogenschützen in angeregten Unterhaltungen vertieft waren.
An dieser Stelle nochmals ein aufrichtiges Dankeschön seitens des österreichischen Bogenjägervereins an die Veranstalter und Helfer für die gelungene Veranstaltung. Stellvertretend für Alle gilt dieser Dank insbesondere Tom und Christian, die mit viel Mühen das tolle Turnier vorbereitet haben.


4. BFA Herbstturnier beim HSV Wiener Neustadt

Beim EinschießenDas 4. BFA Herbstturnier wurde am Samstag den 20. September auf dem 3D Gelände des HSV Wiener Neustadt am Fischaberg bei Wöllersdorf veranstaltet. Unter der umsichtigen Leitung und Organisation von Carmen Redieker und unserem BFA Mitglied Schmalzl Poldi wurde ein tolles Turnier veranstaltet, das knapp 130 Starter animierte auf den Fischaberg zu kommen. Wegen einer Terminkollision mit einem traditionellen Turnier in der Nähe war leider die Langbogenklasse etwas unterrepräsentiert, dafür war die Recurve Klasse umso gewichtiger. Das Wetter war während des gesamten Turniers ausgezeichnet und die Schützen lobten durchwegs das spannende Turnier. Poldi hat sich wie schon bei unserem Turnier traditionell eingebürgert, einige jagdliche Situationen ausgedacht (Treestand, Blind,…), die manchen Schützen etwas Nerven gekostet haben. Auch die teilnehmenden BFA Mitglieder lobten das tolle Turnier. Die für uns Bogenjäger sehr wichtige Compound Klasse wurde durchwegs von BFA Schützen dominiert und die Plätze 1-3 belegten unsere Mitglieder Walter Mahlknecht, Manfred Tauchner und Max Fuchs. Siegerfoto_BFA CompoundAber auch bei der sehr stark besetzten Recurve Klasse und der Langbogenklasse konnte die BFA durch unsere Schützen Kernegger Töni und Plank Manfred jeweils den ausgezeichneten dritten Platz belegen. Leider setzte kurz nach Abgabe der letzten Scorezettel ein starkes Gewitter ein und manche Schützen wurden vertrieben. Trotzdem meisterte Poldi die Siegerehrung in seiner gewohnt witzigen und lockeren Art mit Bravour. Besonders die Kinder wurden für die Teilnahme bedacht und die Sachpreise für die Poldi lokale Sponsoren gefunden hatte erfreuten sich großer Beliebtheit. Nach der Siegerehrung ergriff BFA Obmann Ernst Blajs kurz das Wort und erklärte, warum sich die BFA für die Mit-Ausrichtung eines jagdlichen Turniers bewirbt. Es ginge vor allem darum, in Schützenkreisen für Verständnis für unsere Jagdpassion zu werben und darauf hin zu weisen, dass die BFA als Jagdverein die aktive Mitgliedschaft an den Besitz einer österreichischen Jagdprüfung und der IBEP Bogenjagdprüfung knüpft. Die BFA distanziert sich ganz klar von „Möchtegern-Bogenjägern“, die glauben, dass allein die Tatsache einen Bogen schießen zu können, jemanden schon berechtigen auf Wild anzulegen. Auch die leider ab und zu in den Medien berichteten und bedauerlichen Fälle von durch Pfeil und Bogen begangenen Wilderei-Vergehen wurden auf das Schärfste verurteilt. Diese diskreditieren sowohl 3D Bogenschützen als auch Bogenjäger. Es wurde darauf hingewiesen, dass solche Vorfälle meistens mit unzulänglicher Ausrüstung und oft Scheibenspitzen begangen werden und mit  verantwortungsvoller Bogenjagd Nichts gemeinsam haben und ein krimineller Akt eines Eingriffes in fremdes Jagdrecht darstellen. Danach wurde noch der Appell an die Zuhörer gerichtet, Bogenschützen, die sich auch für die Jagd interessieren an die BFA als einzige kompetente Vertretung der Bogenjäger in Österreich zu verweisen. Nachfolgende Gespräche mit einigen Turnierschützen haben gezeigt, dass es gut ist solche Sachverhalte auch in Schützenkreisen publik zu machen. Das wird das Verständnis für uns Bogenjäger erhöhen. Auf jeden Fall hoffen wir, dass sich auch 2015 eine Möglichkeit ergibt das 5. BFA Herbstturnier zu veranstalten. An dieser Stelle ein herzliches „Waidmannsdank“ an Carmen und Poldi und das sehr gastfreundliche Team des HSV Wiener Neustadt für die Ausrichtung des Turniers.

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